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18./19. Februar: Sirenentests am Kernkraftwerk Fessenheim - Probelauf nach Wartungsarbeiten an Sirenenanlage - Regierungspräsidium Freiburg: "Kein Grund zur Beunruhigung."

Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitgeteilt hat, werden zwischen Donnerstag früh und Freitagnachmittag (18./19. Februar) die Sirenen des KKW Fessenheim ertönen. Das RP weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich lediglich um Testläufe handle und kein Grund zur Beunruhigung bestehe.

In dem elsässischen Kernkraftwerk laufen derzeit Wartungsarbeiten an den Sirenen. Die Tests seien vor der Wiederinbetriebnahme der Sirenenanlage erforderlich. Solange die Brennelemente noch im KKW sind, werden noch alle Sicherheitsmaßnahmen aufrechterhalten, so das RP.

(Presseinfo: Regierungspräsidium Freiburg, 17.02.2021)

14.02.2021, 13:54 Uhr | AFP

Fast zehn Jahre nach der Katastrophe von Fukushima bebt die Erde erneut heftig an der japanischen Ostküste. Jetzt kommen auch noch schwere Regenfälle auf die Region zu. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Bei dem schweren Erdbeben vor der japanischen Ostküste sind in der Nacht zum Sonntag mehr als 110 Menschen verletzt worden. Das Beben hatte nach Angaben der Behörden eine Stärke von 7,3 und verursachte in einigen Gebieten entlang der Ostküste schwere Erschütterungen. Fast eine Million Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch nicht ausgegeben. Der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima überprüft jetzt den Zustand der Anlage, in der es 2011 zum GAU gekommen war.

Regierungssprecher Katsunobu Kato sagte vor Journalisten, er habe Berichte vom Betreiber Tepco erhalten, denen zufolge die Anlage in Fukushima und das Atomkraftwerk Onagawa "keine Auffälligkeiten" zeigten. Nach einem Erdbeben und einem Tsunami, bei dem mehr als 18.000 Menschen starben, war es am 11. März 2011 in drei der sechs Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.
Erdbeben in Japan stärker als zunächst angegeben

Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde JMA ereignete sich das neuerliche Beben um 23.08 Uhr (Ortszeit, 15.08 Uhr MEZ) in einer Tiefe von 60 Kilometern vor Fukushima – in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens von 2011. Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinander stoßen. In diesem Gebiet kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Die Behörde hatte die Stärke des Bebens zunächst mit 7,1 angegeben und korrigierte sie später auf 7,3. Die Erschütterung sei eine späte Nachwirkung des Bebens von 2011 gewesen, hieß es in einer Mitteilung der JMA. Wie die Behörde weiter mitteilte, zog der Erdstoß eine Reihe von Nachbeben nach sich, darunter eines der Stärke 4,7.
Nachbeben und schwere Regenfälle erwartet

Die japanische Katastrophenschutzbehörde meldete 114 Verletzte in der Region sowie in Tokio, wo das Beben deutlich zu spüren war. Sechs Menschen wurden demnach schwer verletzt. Ministerpräsident Yoshihide Suga sagte in einer Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts, es seien keine Toten gemeldet worden.

Die Behörden meldeten zwei Erdrutsche, einen auf einer Landstraße und einen auf einer abgelegenen Rennstrecke. In der betroffenen Region fiel kurz nach dem Beben in rund 950.000 Haushalten der Strom aus. Am Sonntagmorgen war die Stromversorgung einem regionalen Energieversorger zufolge aber wiederhergestellt. Die Regierung in Tokio meldete Schäden an einigen Wohnhäusern. Laut örtlichen Medienberichten wurden bei dutzenden Gebäuden die Decken beschädigt. Auch gab es demnach zahlreiche Wasserrohrbrüche.

Der Schutz der Umwelt und der Natur war für Ursula Zehner ein zentrales Anliegen. Dieses und viele andere Themen in Buggingen sorgten dafür, dass sich Zehner ihrer ehrenamtlichen Verantwortung stellte und zehn Jahre lang im Gemeinderat engagiert an den politischen Themen mitwirkte. Vor wenigen Tagen starb Ursula Zehner im Alter von 68 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.
Wer Ursula Zehner kannte, schätzte besonders ihre Freundlichkeit, ihre unaufgeregte Art, sich mit ganz unterschiedlichen Themen zu beschäftigen. Dabei kümmerte sich Ursula Zehner um kommunalpolitische Themen und umweltpolitische Belange mit großem Engagement. Sie arbeitete sich gründlich in die Themen ein und vertrat freundlich, aber bestimmt ihre eigene Auffassung. Eine ganz besondere Fähigkeit Zehners war, anderslautende Meinungen zu akzeptieren und mit Andersdenkenden lebhaft zu diskutieren. Ihre Diskussionskultur und ihre freundliche, verbindliche Art sorgten dafür, dass Ursula Zehner von vielen Menschen besonders geschätzt wurde.

Das war auch mit ein Grund für Ursula Zehner, sich im Jahr 2009 um ein Mandat am Bugginger Ratstisch zu bewerben. Über die "MUTige Bürgerliste", die sich aus der Bürgerinitiative zum Ausbau der Rheintalbahn entwickelt hatte, rückte sie an den Ratstisch. Zehn Jahre später, im Jahr 2019, verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur. Seit 2014 war Ursula Zehner auch Mitglied im Bau- und Umweltausschuss. Als Fazit aus ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit sagte sie bei ihrer Verabschiedung: "Man kann als Gemeinderat etwas bewegen."

Dass sie das gelebt hat, zeigt auch die Würdigung der Gemeinde: Ursula Zehner habe sich vorbildlich für die Gemeinde engagiert, betont Bürgermeister Johannes Ackermann. Er würdigte ihre Freundlichkeit und ihre Verlässlichkeit, wofür sie über das Ratsgremium hinaus sehr geschätzt wurde. Eines der zentralen Themen für die ausgebildete Hydrologin waren der Umwelt- und der Naturschutz. Besonders die Lebensräume an Bachläufen und in Biotopen beschäftigten sie intensiv. Deshalb initiierte sie immer wieder Projekte besonders in diesen Bereichen. So brachte sie Kindern unterhaltsam und informativ den Lebensraum des Ehebachs näher, gab den Anstoß für die Nutzung des ehemaligen Trafohäuschen beim Neubaugebiet Himmelreich als Insekten- und Vogelhotel. Ihre Liebe galt ihren Eseln, mit denen sie Tagestouren anbot. Zudem hat sie sich in Vereinen und anderen Organisationen für den Erhalt von Natur und Umwelt eingesetzt.

Ein großes Projekt für die Verstorbene war die Arbeit im Verein "Fachwarte Markgräflerland", der sich der Pflege und dem Erhalt von alten Streuobstwiesen verschrieben hat. Gemeinsam mit anderen Fachwarten kümmerte sie sich darum, alte und manchmal bereits vergessene Obstsorten wieder in den Fokus zu rücken. Ihr Tod hinterlässt nun in den Reihen vieler engagierter Bugginger Bürgerinnen und Bürger eine große Lücke. Ursula Zehner wird in den kommenden Tagen im engsten Familien- und Freundeskreis beigesetzt.

von Andreas Wilkens

Das Atomkraftwerk in Ostrovets sei in Betrieb genommen worden, obwohl es noch nicht ausreichend überprüft wurde, meinen die Europaabgeordneten.

Das Europaparlament kritisiert die nach ihrer Ansicht übereilte Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Ostrovets in Belarus. In der Anlage werde seit November 2020 Strom erzeugt, ohne dass die Betreiber die internationalen Empfehlungen zur Sicherheitsüberprüfung vollständig umgesetzt hätten.

Das AKW Ostrovets ist das erste Atomkraftwerk in Belarus, etwa 45 km von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt. Die beiden Druckwasserreaktoren liefern jeweils 1194 Megawatt, gebaut wurden sie in Kooperation mit dem staatlichen Unternehmen Rosatom.

 

In einer mit 642 zu 29 Stimmen und 21 Enthaltungen angenommenen Entschließung drückt das Parlament "äußerst ernsthafte Bedenken" gegenüber der Sicherheit der Anlage aus und fordert, dass der kommerzielle Betrieb ausgesetzt wird. Die EU-Kommission soll mit den belarussischen Behörden zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass alle notwendigen Sicherheitsverbesserungen vorgenommen werden. Belarus wird in der Entschließung aufgefordert, alle Standards einzuhalten und transparent zu kommunizieren.

Die Einwohner Vilnius' wurden bereits dazu aufgerufen, sich für den Fall eines möglichen Atomunfalls in Ostrovets und als Schutz für das dadurch auftretende radioaktive Jod mit Kaliumjodid-Tabletten auszustatten. Bis zum 17. November können die Einwohner von Vilnius ein online erhältliches Rezept kostenlos in Apotheken einlösen.

Von Andreas Wilkens

In Block II des baden-württembergischen AKW ist radioaktives Wasser ausgetreten; ohne Auswirkung auf Menschen oder die Umgebung, versichert Betreiber EnBW.

Im Atomkraftwerk Neckarwestheim im Kreis Heilbronn ist zwischenzeitlich radioaktives Wasser ausgetreten. Dadurch seien weder Menschen noch Umwelt beeinträchtigt worden, teilte das baden-württembergische Umweltministerium mit. Nach internationalen Kriterien (INES) handelt es sich um einen meldepflichtigen Vorfall von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung.

Im Block II des AKW sei während eines routinemäßigen Rundgangs im Kontrollbereich an einer Armatur eines Abwasseraufbereitungssystems eine minimale Undichtigkeit festgestellt worden, bei der wenige Tropfen eines Konzentrats austraten, schildert Betreiber EnBW den Vorfall. Das bei dem Vorfall betroffene System verarbeitet die im Kontrollbereich anfallenden aufkonzentrierten radioaktiv belasteten Abwässer, sodass diese später weiter konditioniert werden können, erläutert das Umweltministerium . Die sicherheitstechnische Bedeutung des Systems liege in der Rückhaltung radioaktiver Stoffe. Es sei kein Teil des AKW-Sicherheitssystems.

Der betroffene Systemabschnitt sei vorsorglich außer Betrieb genommen worden. Die Armatur werde ausgetauscht und die Ursache für den Befund geklärt. Dieser habe keine Auswirkungen auf Personen, auf die Umgebung und auf den Betrieb der Anlage gehabt.

Die INES-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale) reicht von 1 für "Störung", 2 "Störfall" über 5 "Unfall mit weitergehenden Auswirkungen" bis 7 "katastrophaler Unfall". Die Leckage in Neckarwestheim wurde mit "0" eingestuft,

Block II in Neckarwestheim ist ein Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1400 Megawatt. Die Anlage ging 1989 in Betrieb und hat laut EnBW 2020 über 11 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Sie soll spätestens Ende 2022 abgeschaltet werden.

Autoren: Alexandra von Ascheraden (ava)

1977 waren die beiden Fessenheimer Reaktoren in Betrieb gegangen. Ursprünglich war sogar der Bau von zwei weiteren Reaktoren vorgesehen. EDF gab die Pläne für Block III und IV erst 1991 endgültig auf. Fessenheim liegt im Elsass, lediglich vierzig Kilometer nördlich von Basel. Daher hatte man in der Nordwestschweiz unter anderem wegen der Erdbebengefahr schon lange auf das Abschalten des regelmässig als «Pannenreaktor» in den Medien erschienenen Kraftwerks gedrungen. Auch im nur wenige Kilometer entfernten Freiburg im Breisgau war der Druck auf die EDF gross, die die Abschaltung allerdings über viele Jahre zu verhindern verstand. – Die Geschichte des Atomkraftwerks Fessenheim ist – auch es keinen Strom mehr produziert – noch lange nicht zu Ende. Auch die Gefahren bleiben vorerst erhalten.

Reaktoren in Chooz als Vorbild

Gemäss Angaben der Betreiber werden es allein die Vorbereitungsarbeiten für den Abbau der Reaktoren fünf Jahre dauern. Die Demontage selbst ist mit weiteren 15 Jahren veranschlagt. Kosten: mindestens eine Milliarde Euro. Danach soll auf dem Gelände ein grenzübergreifendes Vorzeigeprojekt entstehen, um das bereits heftig gerungen wird. Dazu später.In Fessenheim selbst, einer 2300-Einwohner-Gemeinde, ist das Unbehagen gross. Der Ort lebt beinahe vollständig und sehr gut vom Kraftwerk, das die Steuerkasse füllt und hunderte Arbeitsplätze bietet. Niemand weiss, ob ein Nachfolgeprojekt gelingt und wer dort Arbeit finden wird.

Das Vorbild für das grundlegende Vorgehen beim Rückbau liefert der Abbruch einer der drei Reaktoren in Chooz (F) in den Ardennen, 30 Kilometer von der belgischen Grenze entfernt. Dort wurde ein technologisch ähnlicher Reaktor bereits 1991 abgeschaltet. Seit 1999 wird er rückgebaut, 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die fünfjährige Frist bis zum Demontagebeginn in Fessenheim werden laut EDF dafür genutzt, die vorhandenen Installation zu analysieren, die Kreisläufe zu reinigen und natürlich das radioaktive Material abzutransportieren. Der Reaktorbehälter von Block 1 ist bereits im März 2020 entleert worden, Block 2 folgte im Juli. Nun lagern alle Brennstäbe in Abklingbecken. Zur grossen Erleichterung der zahlreichen Atomkraftgegener, die sich in Frankreich, Deutschland und der Schweiz über Jahrzehnte vehement für die Abschaltung eingesetzt hatten.

Früh in den Schlagzeilen

Schon früh nämlich sorgte der Atommeiler in Fessenheim für Schlagzeilen. In Frankreich, aber vor allem in den atomkraftkritischeren Nachbarländern.  So sind bereits 1979 Haarrisse im Stahl eines Reaktordruckbehälters bekannt geworden. Die Basler Zeitung (BaZ) schrieb schon 1980 von einer «wahren Pannen-Kaskade», als ein Schaden in einem Dampferzeugerrohr zum Austritt von gering radioaktivem Wasser vom Primär- in den Sekundärkreislauf führte.

Beide Reaktoren mussten abgeschaltet werden. Immer wieder kam es zu Pannen die zu Abschaltungen führten. Anfang der 1990er Jahre, so schreibt die BaZ, habe der damalige Fessenheim-Direktor Philippe Gustin am Rande einer Präsentation der Jahreszahlen dennoch gesagt: «Ich erinnere Sie daran, dass Fessenheim erst 15 Jahre alt ist. Das ist für einen Industriebetrieb noch jung. Wir streben an, das AKW 40 Jahre zu betreiben.» Das sollte tatsächlich gelingen.

Oberrheingraben und Rheinseitenkanal

Eigentlich hätte, wie Jürg Stöcklin immer wieder erklärt, in Fessenheim niemals ein Kernkraftwerk gebaut werden dürfen. Stöcklin ist Präsident des Trinationalen Atomschutzverbands TRAS, in dem sich seit 2005 grenzüberschreitend vor allem Gemeinden, Städte, Landkreise und Kantone zusammengeschlossen haben. Im Laufe der Zeit wurden es immer mehr. Am Schluss hatte TRAS etwa 100 Mitglieder. Dass sich so viele Städte und Kommunen engagierten hat verschiedene Gründe. Fessenheim liegt im Oberrheingraben, einer Erdbebenzone. Bei einem Dammbruch das angrenzenden Rheinseitenkanals würde Überschwemmung drohen. Es gab nicht wenige Experten die der Ansicht gewesen sind, dass an dieser Stelle niemals ein Atomkraftwerk hätte gebaut werden dürfen.

 

 

 

 

Von Gerold Zink

In Fessenheim könnte eine Schmelzanlage für Reaktorschrott entstehen. Sollte die EDF die Pläne verwirklichen, will Breisachs Bürgermeister seine Haltung zum Post-Fessenheim-Prozess überdenken.

Sollte der französische Energiekonzern EDF auf dem Gelände des stillgelegten Atomkraftwerkes Fessenheim ein Tecnocentre bauen, in dem radioaktiv belastete Bauteile von anderen Atomanlagen eingeschmolzen werden, dann wird Breisach seine bislang überaus positive Haltung zum Post-Fessenheim-Prozess überdenken. Dies kündigte Bürgermeister Oliver Rein in der jüngsten Gemeinderatssitzung an.

Im benachbarten Frankreich wird derzeit darüber diskutiert, wo das Tecnocentre errichtet werden könnte. Darin sollen größere Bauteile, die beim Abbau von Atomanlagen in Frankreich anfallen, eingeschmolzen oder aufbereitet werden. Die EDF würde das Tecnocentre wohl am liebsten in Fessenheim verwirklichen, weil dort neben den Reaktorblöcken noch Platz für einen Neubau wäre.

Allerdings gibt es besonders von der deutschen Rheinseite heftigen Widerstand gegen das Vorhaben. Der bekannte Atomkraftgegner und Breisacher Gemeinderat Gustav Rosa (SPD) hat in der jüngsten Stadtratssitzung gefordert, dass sich auch Breisachs Bürgermeister Oliver Rein und der Gemeinderat in die Reihe der Gegner dieses Projekts einreihen und die sogenannte Fessenheimer Erklärung unterzeichnen.

Bereits viele Unterzeichner


In dieser bekräftigen bislang 47 Gruppen, Institutionen, Vereine, Kirchengemeinden, politische Parteien und Umweltministerien, dass sie keine neuen Atomanlagen im Elsass und in der Region mehr wollen. Nach über vier Jahrzehnten "nuklearer Bedrohung" durch das Atomkraftwerk Fessenheim und mindestens zwei weiteren Jahren, die bis zum Abtransport der restlichen Brennelemente aus dessen Abklingbecken noch notwendig sind, müsse die atomare Ära am Oberrhein ein Ende haben, schreiben die Unterzeichner. Die wirtschaftliche Zukunft müsse im Sinne des Atomausstiegs und der Energiewende umweltbewusst und ressourcenschonend gestaltet werden – auch und gerade vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Klimaveränderung und dem Verlust der Artenvielfalt.

Der von Frankreich und Deutschland gemeinsam in Gang gesetzte und in den jüngsten Aachener Verträgen ratifizierte Zukunftsprozess Fessenheim hat sich laut Stadtrat Gustav Rosa diese Ziele gesetzt und garantiert damit die Schaffung von vielen neuen und "sauberen" Arbeitsplätzen in der Region. "Dem widersprechen die Pläne der EDF für den Bau eines sogenannten Technocentres zur Aufarbeitung und zum Einschmelzen radioaktiv kontaminierter Großkomponenten aus Atomkraftwerken aus ganz Mitteleuropa", heißt es in der Erklärung. Dieses Vorhaben spalte schon jetzt die Gemüter am Oberrhein und drohe zu einem massiven Vertrauensverlust der teilweise sehr guten deutsch-französischen Zusammenarbeit zu führen.

Breisachs Bürgermeister Oliver Rein hat sich noch nicht entschieden, ob er die Erklärung unterzeichnen wird, sagte er auf Anfrage der BZ. Er müsse schauen, welcher Weg politisch am erfolgversprechendsten sei, um das Tecnocentre zu verhindern. Breisachs Rathauschef ist überzeugt, dass es nicht gebaut werden wird, weil es viele sinnvolle Projekte, zum Beispiel den geplanten deutsch-französischen Gewerbepark, in Frage stellen würde. Von Fessenheim aus würden schon heute große Leitungen bis an die Nordsee führen, zum Beispiel für den Transport von Wasserstoff; diese müsse man nutzen.

Superspeicher eine Alternative


Deutlich besser als das Tecnocentre, das rund 150 Arbeitsplätze schaffen würde, seien die von drei Universitäten erstellten Vorschläge – darunter der Bau eines Superspeichers. Sollte das Tecnocentre gegen alle Widerstände aber dennoch durchgeboxt werden, müsse Breisach seine Unterstützung für den Post-Fessenheim-Prozess überdenken. Allerdings ist sich Rein sicher, dass die Politik auf beiden Seiten des Rheins nicht leichtfertig handeln und letztendlich das Tecnocentre verhindern wird.

Montag, 01 Februar 2021 16:46

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