Dienstag, 06 Juli 2021 16:08

Atomkraft: Schweizer AKW könnten 60 Jahre Laufzeit bekommen Empfehlung

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Atomkraftwerk Beznau. Atomkraftwerk Beznau. Axpo

Von Andreas Wilkens
 
In der Schweiz wird überlegt, wegen möglichen Unsicherheiten in der Stromversorgung die dortigen AKW länger laufen zu lassen.
Die Atomkraftwerke in der Schweiz könnten eine Laufzeit von 60 Jahren bekommen, um einer möglichen Stromknappheit zu entgehen. Hintergrund ist der zwischen der EU und der Schweiz gescheiterte Rahmenvertrag; dadurch könnten auch auf dem Feld der Stromlieferungen keine Abkommen geschlossen werden und es zu Engpässen kommen, berichtet die NZZ am Sonntag. Daher habe die Schweizer Regierung Gespräche mit den AKW-Betreibern über die Laufzeiten aufgenommen.
 

Mit einer längeren Laufzeit wäre die Schweiz weniger von Importen abhängig, außerdem hätte sie mehr Zeit für den Aufbau alternativer Energien. Daher lote der Bund unter den AKW-Betreiber aus, wie ihre Pläne aussehen, berichtet die Nachrichtenagentur AWP. Beznau-Betreiberin Axpo habe bereits vor einiger Zeit signalisiert, dass die Anlage länger laufen soll, solange sie sicher und wirtschaftlich sei. Für das AKW Gösgen sei früher ebenfalls von einem Betrieb von mindestens 60 Jahren ausgegangen worden.

Momentan sind in der Schweiz noch vier Atomreaktoren in Betrieb. Die zwei in Beznau laufen seit 52 und 49 Jahren, in Gösgen seit 42 und in Leibstadt seit 37 Jahren. 2017 stimmte das Schweizer Volk dafür, keine neuen AKW mehr zu bauen.

Für die vier Atomkraftwerke gibt es keine gesetzliche Laufzeitbeschränkung. Sie dürfen weiter betrieben werden, solange die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Diese werden vom Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) überwacht. Seit der Neuausrichtung der Schweizer Energiepolitik im Jahre 2011 wurden für Versorungsszenarien bereits Laufzeiten von 50 oder 60 Jahren berücksichtigt.

Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU, aber über bilaterale Verträge eingebunden. Das angestrebte war im Mai nach sieben Jahren Verhandlungen gescheitert, nachdem der Schweizer Bundesrat die Verhandlungen abgebrochen hatte. Die deutsche Bundesregierung setzt sich dafür ein, das AKW Beznau möglichst schnell abzuschalten.

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